Vor einigen Jahren sass ich mit einer Führungskraft zusammen und diskutierte über eine Kandidatin.
Eigentlich war der Fall klar. Die Stelle verlangte einen Hochschulabschluss. Die Kandidatin hatte keinen.
Für die Führungskraft war das ein Ausschlusskriterium:
«Wenn wir jetzt eine Ausnahme machen, warum schreiben wir das Studium überhaupt ins Inserat?»
«Wenn wir jetzt eine Ausnahme machen, warum schreiben wir das Studium überhaupt ins Inserat?»
Eine berechtigte Frage.
Trotzdem ist es mir gelungen den Teamleiter davon zu überzeugen, die Kandidatin weiter im Prozess zu behalten.
Im Interview hat die Kandidaten schnell überzeugt, dass sie die gewünschten Kompetenzen mitbringt. In der Fallstudie noch mehr. Sie zeigte genau die Fähigkeiten, die für die Rolle entscheidend waren.
Im Interview hat die Kandidaten schnell überzeugt, dass sie die gewünschten Kompetenzen mitbringt. In der Fallstudie noch mehr. Sie zeigte genau die Fähigkeiten, die für die Rolle entscheidend waren.
Wir stellten sie ein. Zwei Jahre später war sie die stärkste Performerin im Team.
Damals fühlte sich diese Entscheidung wie eine Ausnahme an. Heute weiss ich: Wahrscheinlich war sie es nicht.
Denn die Forschung zeigt seit Jahren etwas, das viele Unternehmen nur ungern hören:
Lebensläufe sind deutlich schlechtere Leistungsindikatoren, als wir glauben.
Lebensläufe sind deutlich schlechtere Leistungsindikatoren, als wir glauben.
Warum Führungskräfte bei der Personalauswahl oft zu stark auf Lebensläufe setzen
Wenn 100 Bewerbungen eingehen, passiert meist dasselbe.
Zuerst wird nach den offensichtlichen Dingen gescreent. Nach Abschlüssen. Nach Berufsjahren. Nach einem lückenlosen Werdegang. Nach Stichwörtern.
Das wirkt objektiv. Schliesslich stehen diese Informationen schwarz auf weiss vor uns.
Das Problem: Diese Kriterien sagen wenig darüber aus, ob die Person im Job erfolgreich sein wird.
Welche Auswahlmethoden sagen tatsächlich voraus, wer später gute Leistung bringt?
Anders gesagt:
"Wenn du wissen willst, ob jemand einen Job gut machen wird, solltest du möglichst direkt prüfen, ob die Person die nötigen Fähigkeiten besitzt. Nicht, ob sie vor zehn Jahren die richtigen Stationen im Lebenslauf gesammelt hat."
"Wenn du wissen willst, ob jemand einen Job gut machen wird, solltest du möglichst direkt prüfen, ob die Person die nötigen Fähigkeiten besitzt. Nicht, ob sie vor zehn Jahren die richtigen Stationen im Lebenslauf gesammelt hat."
Wie gut sagen Auswahlkriterien die Job-Performance voraus?

Der teure Irrtum namens «Degree Inflation»

Was in der Praxis gut funktioniert
Fazit
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