Das war der Moment, in dem mir etwas klar wurde, das mich bis heute begleitet:
"Ich hatte das ganze Gespräch damit verbracht, Antworten einzusammeln, die genauso im Lebenslauf standen."
Über die wichtigsten Punkte – wie diese Person denkt, was sie antreibt, wie sie mit Unsicherheit umgeht – wusste ich danach kein bisschen mehr als vorher.
In den 15 Jahren danach habe ich Hunderte Gespräche geführt. Und das Wichtigste, das ich gelernt habe, hat mit Fragetechnik weniger zu tun, als ich damals dachte. Drei Erkenntnisse haben meine Interviews am stärksten verändert – vielleicht nimmst du etwas davon mit:
Ich habe aufgehört, Stationen abzufragen, die ich längst gelesen habe. Statt «Was haben Sie bei X gemacht?» frage ich «Warum diese Entscheidung – und was würden Sie heute anders machen?». Das zeigt, wie jemand denkt, nicht nur was im CV steht.
Früher dachte ich, ich müsse das Gespräch künstlich aktiv halten. Heute halte ich bewusst Pausen aus. Die interessantesten Antworten kommen oft erst nach drei Sekunden Stille – weil mein Gegenüber den Raum füllt, statt nur auf meine nächste Frage zu warten.
Ich bin sehr teamfähig» sagt nichts. «Erzählen Sie mir von einem Konflikt im Team und wie Sie ihn gelöst haben» sagt alles. Echte Situationen lassen sich nicht auswendig lernen – und genau da wird ein Gespräch ehrlich.
Klingt simpel. War für mich der härteste Lernprozess meiner Laufbahn – und oft genug auf die unangenehme Tour.

An die Kandidatin von damals denke ich manchmal noch. Dass sie nach drei Monaten gegangen ist, lag nicht an ihr. Ich hatte im Gespräch die falschen Dinge wissen wollen.
«Erzählen Sie mal von sich» frage ich bis heute nicht. Und erfahre trotzdem viel mehr über die Menschen, die mir gegenübersitzen.
Wenn dich diese drei Punkte ansprechen: Ich habe daraus eine
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